12. September 1505:
Marktrechte für Lobberich


Der Text und die äußerliche Beschreibung der Urkunde ist als Urkunde Nr. 28 der Staatsarbeit von Klaus Dors entnommen:


Inhalt der Urkunde:

Karl von Egmond, Herzog von Geldern und Graf von Zutphen verleiht dem Kirchspiel Lobberich zu Ehre der Kirche, der Instandsetzung des Dorfes und für die Herstellung der Steinstraße drei freie Markttage.

Der erste soll am 3. Sonntag nach Pfingsten, der zweite am "Elffduysent-meegdendag", dem Fest der heiligen Ursula, und der dritte am Freitag nach dem Sonntage, an dem man singt "esto mihi" gehalten werden. Der letzte Markttag wurde ausschließlich für den Unterhalt der Kirche gewährt.

Von den Marktgeldern haben die Lobbericher jährlich einen alten Tornoiss an den Herzog oder dessen Rentmeistern abzuführen.

Es siegelt Herzog Karl von Egmont

Maße - Zustand der Urkunde

Das Dokument besteht aus Pergament 36x 21,5 cm, Umbug 7,4 cm

Es ist ein großes Siegel aus rotem Lack angehängt, die Siegelumschrift ist abgebrochen


Die Urkunde, die Lobberich drei Markttage verspricht
Repro: www.lobberich.de


Siegel Karl von Egmond
Repro: www.lobberich.de


Unterschrift des Schreibers P. Suchtel
Repro: www.lobberich.de


Original Text (Abschrift: K. Dors)

Übertragung (R. Schmeink)

Wy Karle vander gnaden goitz Hertouge van Gelre (?) ind Greve van Zutphen doen kont ind bekennen, dat wy om Neronge wailfaeren ind gueder toeneigonge, wy draegen tot onsen lieven scepen, geswaeren ind ondersaeten onss kirspels van Lobboicke in onsen laende van Creekenbeeck gelegen

Wir, Karl von der Gnaden Gottes Herzog von Geldern und Graf von Zutphen tun kund und bekennen, dass wir wegen der (...) guten Zuneigung, die wir hegen unseren lieben Schöffen, Geschworenen und Untertanen unseres Kirchspiels Lobberich, in unserem Krickenbecker Land gelegen,

denselven onsen kerspell gade en der heiliger kercken to /eeren/ en to dienst tot repareren s dorps en maekinge der steenstraeten gnedlich vergont en gegeven hebben vergonnen en geven mitz dezen onsen brieff voir ons, onse erven en naekommelingen twee vrye iairmarckten then ewigen daigen toe geduende.

diesem unserem Kirchspiel ebenso auch der heiligen Kirche zu Ehren und zum Dienst der Herstellung und Reparatur der Steinstraßen gnädig vergönnt, und vergönnt gegeben haben, und (weiterhin) geben mit diesem unserem Brief für uns, unsere Erben und Nachkommen zwei freie Markttage auf immer (w: ewige Tage zu dauernd (?))

In manieren so hiernae beschreven volght, datz toe weten; in der Art, wie hiernach beschrieben volgt das zu wissen: 

die yerste marcktdach sall gahalten werden opten derden Sonnendach naeden heiligen pynxstdach, as sennt Cornelis heilichdom en stacie to Lobbroicke gehalden wurdt;

Der erste Markttag soll gehalten werden am dritten Sonntag nach dem heiligen Pfingsttag, wenn St. Cornelis' Heiligtum und Statio zu Lobberich gehalten wird.

Den anderen opten Elffduysent meeghden-dach, welcke marckten eenen daich voir en eenen dach nae allet van opgaen totten onderganck der Sonnen to iarlix en alle iair in en uyttgaen sullen

Den anderen am Elftausend-Jungfrauen-Tag. Diese Märkte sollen einen Tag vor und einen Tag nach, alle von Aufgang bis zum Untergang der Sonne jährlich und alle Jahre (jahrein - jahraus) stattfinden.

Item, alle die ghoene, die tot desen marckten oere veilinge en guet brengen, sall tot stedegelt geven drye moerken.

Ebenso sollen alle diejenigen, die zu diesen Märkten oder Versteigerungen ein Gut bringen als Standgeld drei Mark geben.

Item, van eene yegelicken peerdt van getouwe van uytwendigen luyden sal men geven twee maerken.

Ebenso soll man zwei Mark geben für jegliches angeleinte Pferd von auswärtigen Leuten.

Item van eenen oss off koe vier maerken den koipman en verkoeper elck halff gelden sall.

Zudem für einen Ochsen oder Kuh vier Mark, (was für) Verkäufer und Käufer je zur Hälfte gelten soll.

Item van eenen verken off schaepe twee moerken den koipman en verkoeper elck halff.

Außerdem für ein Schwein oder Schaf zwei Mark, je zur Hälfte vom Verkäufer und Käufer
Voirt sall elck guet nae advenant dairnae gelden en betaelen Weiterhin soll jedes Gut nach  Ankunft gelten und bezahlt werden

Allet by alsoe, dat onse scaepen, geswaeren en kerspelsluyde van Lobbroick vurschr. gehalden sullen wesen ons, off onsen renthmeister inder tyt, eenen alden toroissiairlix to betailen.

Alles zusammen also, dass unsere Schöffen, Geschworenen und o.g. Kirchspielseinwohner Lobberichs gehalten sein, uns, unserern aktuellen Rentmeister einen alten Tornoiss zu bezahlen

So bekennen wy Hertough vurschr. dairome voir ons, onse erven en naekommelingen, dat wy allen den ghoenen van wat staete off condicien die waeren uytheymsch off inheymsch die dese merckten vurschr. versiekende wurden,

So bekennen wir, o.g. Herzog darum für uns, unsere Erben und Nachfahren, dass wir all jenen, von welchem Status oder Kondition (auch immer)  - auswärtig oder einheimisch - die diese o.g. Märkte beschicken (?) ...

Unse vry stracke veilicheit en geleide gegeven hebben ind geven mitz desen brieff veilich aff en toe te komen in maeten vurschr.

...unsere recht strenge Sicherheit und Geleit gegeben haben und (weiterhin) geben durch diesen Brief sicher hin und zurück zu kommen in o.g. Maßen (= zu o.g. Bedingungen?)

Bevelen dairome allen onsen amtluyden en besonder onsen amptman ons landz van Crieckenbeeck inder tyt, dat sy vurschr. marckten vryen en doen vryen en veilingen. En wie dieselve ontvrieden sall ons broicken Lyff en guet.

(Wir) befehlen darum allen unseren aktuellen Amtsleuten, und besonders unserem Amtmann unseres Amtes Krickenbeck dass sie o.g. Märkte und Versteigerungen frei geben. Und wer diese stört (w: entfriedet) soll uns Leib und Gut (...).

Allet ongeferlich ind sonder argelist des in oirkonde, hebben wy Hertouch vurschr. voeir ons, onse erven en naekommelingen van onser rechter wetenheit onsen Siegell aen desen onsen brieff doen en heißen hengen.

Alles ungefährlich und ohne Arglist dessen in Urkunde, haben wir, o.g. Herzog für uns, unsere Erben und Nachfahren in Rechtschaffenheit unser Siegel an diesen  unseren Brief getan und  zu hängen geheißen

Inden iarien onss heren duysent vyffhondert en vyff opten vrydach nae unser lieven Vrouwen-dach Nativitatis.

Im Jahre unseres Herrn tausend fünfhundert und fünf, am Freitag nach unserem Marientag Nativitatis
(Mariae Geburt = 8. September => Datierung der Urkunde auf den 12. September)

Noch hebben wy onsen scepen en kerspell van Lobbroick tot tymmerongen en fabricken der kercken aldair, dem derden Iarmarckte in manieren en voirworden as vurschr. vergont, die gehalden weerden sall upten frydach naeden sonnendach asmen synght: Esto michi.

Zudem haben wir unseren Schöffen und dem Kirchspiel Lobberich zum Zimmern und Fabrizieren der dortigen Kirche den dritten Jahrmarkt - in der Art und mit den Bedingungen wie oben beschrieben - vergönnt, der gehalten werden soll am Freitag nach dem Sonntag, an dem das "esto mihi" gesungen wird.

Actum in pacia consiliariorum praefactorum
Anno et die quibus supra teste me.

P. Suchtel

Schriftstück der versammelten Burggrafen
am genannten Datum beglaubigt:

P. Suchtel

Auf dem Umbug:

Per Dominum ducem praesentibus de (consilio) venerabili et strenuis viris Domino Wilhelmo de Lank - Legum doctore Canonici sancte Gereonii Coloniensis Johanne de Eyll, Arnoldus de Bouckholt Drossanto Kesseliensis (?) Wilhelmo Visscher Reddituario et Johanne Haegens

aput (?) mgro. (?) P. Suchtel

(Erlass des) Herrn Herzog in Anwesenheit der im verehrungswürdigen Rat tatkräftigen Herren Wilhelm von Lank (-Latum?), dem Kölner kanonischen Gelehrten v. St. Gereon , Johannes v. Eyll, Arnoldus v. Bochholt, den Kesseler Drost Wilhelm Visscher und Johannes Haegens

in Gegenwart des Monsignore (?) P. Suchtel


Karl von Egmond

Notgeld Geldern


Straßen in Lobberich: Karl-Egmond - Straße

 Link kultureller Jahreskalender